Das Toxische Schocksyndrom

11.03.2019

Auf jeder Tamponverpackung und auf vielen Gebrauchsanweisungen für Menstruationstassen steht ein Warnhinweis zum TSS. Meist sehr klein abgedruckt, übersieht frau diesen Hinweis und achtet nicht weiter auf dieses ernstzunehmende Krankheitsbild. Wie gravierend das toxische Schocksyndrom auf den Körper sein kann, hat mir eine betroffene Kärntnerin erzählt. Doch was ist TSS überhaupt?

Das toxische Schocksyndrom ist ein akut auftretendes und rasch fortschreitendes Krankheitsbild, das von Bakterien verursacht wird und unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Ein Toxisches Schocksyndrom kann Frauen, Männer und Kinder betreffen, mehr als die Hälfte der Fälle tritt jedoch bei Frauen während der Periode auf.

Welche Erreger lösen ein TSS aus?

Das toxische Schocksyndrom ist eine Erkrankung, die durch die Giftstoffe zweier Bakterienarten ausgelöst wird: Staphylococcus aureus (Staphylokokken) und Streptococcus pyogenes (Streptokokken).

Staphylokokken kommen in geringen Mengen an den Schleimhäuten von Nase und Scheide vor, ohne jedoch Krankheitssymptome auszulösen. Die Besiedelung der Schleimhäute alleine stellt noch keine Gesundheitsgefahr dar. Bestimmte Staphylokokken-Stämme sind in der Lage, Gifte (Toxine) zu produzieren, die dem Körper unter Umständen großen Schaden zufügen können. Die Benutzung von Tampons kann die Bildung von Giftstoffen durch Staphylokokken begünstigen: Besonders saugfähige Tampons binden Magnesium und verändern so das Scheidenmilieu. Staphylokokken können in dieser magnesiumarmen Umgebung vermehrt Giftstoffe produzieren. Zudem wird durch die Störung der Schleimhautbarriere der Übertritt der Gifte in die Blutbahn oder die Gebärmutter erleichtert.

Streptokokken kommen natürlicherweise an Haut und Schleimhäuten vor. Sie sind häufig auftretende Erreger eitriger Infektionen wie Scharlach, Mandelentzündung und verschiedener
Wund- und Hautinfektionen.

Welche Symptome treten beim Toxischen Schocksyndrom auf?

Die Erkrankung beginnt üblicherweise sehr plötzlich mit hohem und anhaltendem Fieber (39 bis 40,5 °C), Kopfschmerzen und Benommenheit. Typisch für das TSS ist das schnelle Fortschreiten der Erkrankung: Durch den schockbedingten starken Blutdruckabfall kann es binnen weniger Tage zu Funktionsstörungen der inneren Organe (Leber, Nieren, Herz, Lunge) bis hin zum Multiorganversagen mit Todesfolge kommen. In vielen Fällen kommt es auch zum
Auftreten diffuser Hautveränderungen, die einem Sonnenbrand ähneln.

So kannst du das Risiko, am Toxischen Schocksyndrom zu erkranken, minimieren:

  • Tampons alle 4 bis 6 Stunden wechseln
  • Tampons mit niedrigster Saugfähigkeit benutzen
  • Menstruationstassen nach 8 bis 12 Stunden entleeren und reinigen
  • Achte beim Einführen des Tampons oder der Tasse auf gründlich gewaschene Hände
  • Während der schwachen Periode Slipeinlagen, Binden oder Tasse verwenden

Ein Toxisches Schocksyndrom kann wiederkehren. Menschen, die es einmal gehabt haben, haben ein höheres Risiko - betroffene Frauen sollten keine Tampons mehr verwenden.